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Donnerstag, 8. März 2012

Realitycheck: Kochen im syrischen Flüchtlingscamp


Es war einmal DIN 18022

Quelle: Foreign Policy: Home Away from Homs


Dear copyrighowner (Joseph Eid/AFP): By embedding your shot into my blog, I did not intend to harm your intellectual property. This project operates strictly educational, there's no creation of value, so please refrain from sueing me. On notification, this post will be deleted instantly.

K4/Tripler: Planungshilfe Sporthallen aus Stahl

Bei Recherchen für das Baukonstruktionsprojekt Sporthalle Gefängnis Oslebshausen stieß ich auf folgende PDF, die für jeden Kursteilnehmer interessant sein dürfte.

Munchies for Revit?



Wer in Elia Mingrones Revit Kurs saß und nun nicht bis zum nächsten Mal warten möchte, dem kann hier Abhilfe geschaffen werden.

Zum einen: Ja, Als Student bist Du berechtigt, Revit kostenlos und legal von der Autodesk Website zu downloaden. Alles was Du für den Lizenzschlüssel benötigst, ist deine akademische eMailadresse bei der Anmeldung (hier ist es anders als bei zB ArchiCAD nicht nötig, eine digitale Studienbescheinigung zu mailen).

REVIT UND DEIN LAPTOP

Autodesk veröffentlicht jedes Jahr eine neue Version von Revit, gemessen an den jeweiligen Systemvoraussetzungen davon ausgehend, man kaufe sich mit jedem neuen Versionsrelease auch neue Hardware. Natürlich ist Revit wie jede andere CAD-Software eher für den Einsatz auf einer gut gefütterten Workstation konzipiert. Wer sich also nicht mit langen Ladezeiten und einer holprigen Ausführung herumärgern möchte, sollte als Laptopbesitzer schon auf die jeweilige Vorjahresversion zurückgreifen (wenn das jute Stück schon etwas betagter ist, kann man die Augen auch nach einer 2009/2010er Version offen halten - schont auf jeden Fall die Nerven).


ZU DEN TUTORIALS

Die ausgezeichneten Videotrainings der TU Graz haben schon vielen Studierenden den unkomplizierten Einstieg ermöglicht. Ihr habt die Wahl, sie entweder über Youtube, oder auch von der Autodesk Website zu öffnen. Bei letzterer Möglichkeit bietet sich der Vorteil der kapitelweisen Auflistung, da der YT Channel verlinkt wurde. Über die Youtube-Suche kann man schnell durcheinanderkommen, da es mehrere aufeinander aufbauende Kurse gibt und die Bezeichnungen sich sehr ähneln. Wer die Variante des direkten Zugriffs über Youtube wählt, sollte auf die Videobeschreibung achten, denn dort gibt es Downloadlinks für die jeweiligen Handouts, wo alle besprochenen Schritte in Stichworten gelistet sind. Besucher der Autodeskwebsite finden sie in den jeweiligen Kapitelpreviews, auch kann man dort praktischerweise alle Kursmaterialien als komprimiertes Zip-Archiv herunterladen.


LINKS ZU DEN VIDEOTRAININGS




Montag, 18. April 2011

FW: Arrival Cities - A look at nine places defining life on the margins for the new century, from Chongqing to California.

Mit Bezug auf Frau Wolffs Vorlesung zum Thema Utopien und der im Fazit angesprochenen Prognose zur weltweiten Bevölkerungsentwicklung, möchte ich einen interessanten Photoessay aus dem internationalen Magazin Foreign Policy teilen. Anhand von neun über den Globus verteilten Beispielen, wird das Spannungsfeld zwischen Sozioökonomie und Städtebau, was passiert wenn der Organismus Stadt nicht adäquat auf die Ströme der Chancen Suchenden reagiert, bildhaft verdeutlicht. Es ist Ausblick und zugleich Motivation, was guter Städtebau vermeiden kann, aber auch ein Hinweis darauf, dass es natürlich Politik und Gesellschaft sind - nicht bloß die Architekten -, die den globalen Trends angemessen und menschlich antworten müssen.

Arrival Cities - A look at nine places defining life on the margins for the new century, from Chongqing to California

Dazu ein Interview mit dem Autor des Artikels - seine Perspektive ist jedoch weniger architektonisch als sozioökonomisch:

Mittwoch, 13. April 2011

Stadtbaukunde VL5 / Wolff

UTOPISCHE STÄDTE
Dozentin: Almuth Wolff / 13.04.2011


EINLEITUNG


abb. metropolis
Gegenübergestellt werden utopische und atopische Stadtvorstellungen. Utopien beschreiben Idealstädte, bzw idealisierte gesellschaftliche Vorstellungen, die ihren Gegensatz in der Atopie / Dystopie finden. Sie entstehen aus der Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, z.B. über Literatur und Film, stellen ein Bild dar, den Entwurf einer sozialen Struktur und seiner gebauten Form. Utopien beschreiben stets eine Reaktion, z.B. auf die Industrialisierung und den damit verbundenen Wandel der Gesellschaft durch Technologie und die daherrührenden neuen Lebenswirklichkeiten.

Der Begriff der Utopie leitet sich aus dem Griechischen ab, womit man die Worte "ou"=Nirgendwo und "topos"=Ort zu einem Kunstwort ("Nirgendland") zusammensetzt.


Bekannt wurde das Wort ab dem Jahre 1516 durch den britischen Sozialtheoretiker Thomas Morus. Mit seinem Titel Utopia legte er den Grundstein für das literarische Genre der Sozialutopie. Band 1 stellt eine Kritik der von Monarchie und Klerus dominierten britischen Gesellschaft dar, wohingegen Band 2 mit dem Entwurf eines idealisierten Gegenvorschlags eine pragmatische Reaktion auf die vorhergegangene Kritik aufzeigt. http://de.wikipedia.org/wiki/Utopia_(Roman)

abb. utopia
Seine literarische Fiktion der perfekten Gesellschaft spielt auf einer Insel, deren Städte den Makrokosmos Utopia bilden. Alle Städte sind gleich (vgl. "wenn du eine Stadt kennst, kennst du alle"), die Bevölkerung lebt gemeinschaftlich in dreistöckigen Wohngebäuden. Es gibt kein Eigentum und auch das Wohnen ist flexibel geregelt, Leben wechselt zwischen Stadt und Land. Die Gesellschaft ist drakonisch reglementiert, Fehlverhalten wird mit Arbeitseinsätzen bishin zu Sklaverei bestraft. Stände wurden als Kontrast zu klerikaler und monarchischer Herrschaft zugunsten einer sozialen Gleichheit aller abgeschafft, deren Durchsetzung jedoch auf einem strengen Normenkomplex beruht.
Textlog - Erzählung von der Verfassung der Insel Utopia


UTOPIEN ALS REAKTION

Städte erlebten durch die Landflucht eine regelrechte Bevölkerungsexplosion: Um 1750 bot die Stadt London circa 650.000 Menschen eine Heimat, um 1860 war die Zahl schon auf 3.200.000 angestiegen. Die damit verbundenen sozialen und auch hygienischen Probleme ergaben sich. Lösungen mussten folgen und so sah sich eine Vielzahl an Planern in der Pflicht unter anderem die nun folgenden Gegenmodelle als tatsächliche Planung oder literarische Sozialutopie zu entwerfen:


ROBERT OWEN, 1771-1858, VILLAGES OF UNITY AND MUTUAL CORPORATION
http://specialcollections.vassar.edu/exhibit-highlights/owen/communities.html
http://www.ibe.unesco.org/publications/ThinkersPdf/owene.PDF


NEW LANARK, 1800
  • Im Zentrum Fabrik, folgend Wohnen und Landwirtschaft
  • Festgelegte Arbeitsabläufe
  • kostenlose Schulbildung
  • Kinderarbeit ab 10 (für damalige Standards eine humanitäre Geste)
  • Aberkennung der elterlichen Erziehungskompetenz
  • Betriebskrankenkasse

    "Viele Ideen, die Owen in New Lanark hatte und umsetzte, sind heute in den Industrieländern selbstverständlich. Dazu zählen unter anderem: Abschaffung der Kinderarbeit, Schulbildung der Kinder, Arbeitszeitbeschränkung, effiziente Organisation der Betriebsabläufe, Motivation der Mitarbeiter, saubere Arbeitsplätze, Gewerkschaftsbildung, Genossenschaftswesen, etc."       Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Owen

NEW HARMONY
Perspektive + Legende
  • Scheitert an Lebenswirklichkeit der Bewohner
    (Anm.: Owens selber kommentierte, New Harmony sei an ungeeignetem menschlichen "Material" gescheitert.. )

    Einen weiteren Einblick in Owens Projekte/Versuche findet man in der Dokumentation "Himmel auf Erden - Aufstieg und Fall des Sozialismus". Des Komforts halber, hier eine direkte Verlinkung; relevant sind die ersten zwanzig Minuten (in etwa ab Minute 2:40):

    zSHARE video - Der Himmel auf Erden - Aufstieg und Fall des Sozialismus _1v3_ Der Aufstieg.avi.flv



JULES VERNES, Die 500 MILLIONEN DER BEGUM, 1879

Gegenüberstellung von France-Ville als Utopie und der von einem grausamen Deutschen geführten Atopie Stahlstadt. Wohingegen Stahlstadt als ein versmogter, Menschen metabolisierender Moloch technologischer Dominanz daherkommt, erscheint France-Ville als von Wasser, Licht und Grün gezeichneter elysischer Garten der Glückseeligkeit. Das Thema der Hygiene wurde angesprochen, so tauchen überall Schwimmbecken / Bäder auf [Anm. die mannigfaltige Präsenz dieser in öffentlichem Raum tauchte bereits in der antiken Schreckensherrschaft des Kaisers Caracalla auf]. Die Hygiene entwickelte sich in France-Ville zum Ideal. Historisch interessant ist natürlich, dass dieses Thema erst so spät Beachtung fand, so wurde die Praxis des Desinfektion bei medizinischen Eingriffen erst im Jahre 1860 als Notwendigkeit anerkannt und auch in London ergriff man mit dem Bau einer Kanalisation im Jahre 1840 erst sehr spät die adäquaten Maßnahmen. Letztendlich verdeutlicht der Fokus auf dem Faktor Hygiene in France-Ville den reagierenden Charakter dieser Utopie auf bestehende Probleme in gelebter und gebauter Umwelt.


EBENEEZER HOWARD, 1850-1928, CITIES OF TOMORROW
Garden Cities by Ebenezer Howard

Motive: Erhaltung, Begrenzung - entgegen der Auflösung.

Zentraler Gedanke dieser Idee ist die Vereinigung der Vorteile von Stadt und Land

Mit Stadt assoziiert man die Vorteile:
  • Arbeit
  • Nähe / Schnelle Erreichbarkeit / Infrastruktur
  • Soziales
  • Wirtschaft
Mit Land:
  • Natur / Idylle
  • Erhohlung
  • Gesundheit

Die Kombination der positiven Faktoren in ein Metakonstrukt sollte nun das Optimum von Stadt beschreiben (vgl. die Stadtentwürfe von Le Corbusier, Funktionale Trennung von Räumen). Die Cities of Tomorrow sollten einen radial organisierten Makrokosmos darstellen, innerhalb dessen Satellitenstädte für 30.000 Einwohner die Mikrokosmen bilden. Das Zentrum beschreibt Grünbereich und Verwaltungszentrum zugleich, von dem aus diagonale Schnellstraßen in die Peripherie ausstrahlen. Zwischen den Diagonalen sind die sogenannten "Wards", Wohngebiete organisiert. Der Industrie wurde der sich dahinterliegende Bereich und der Landwirtschaft die Peripherie zugewiesen. 



LETCHWORTH, ab 1903 / WELWYN, 1920

Diese beiden Utopien schafften nie den Übergang von der gut gemeinten Idee zur Manifestation des Gedanken in gebaute und gelebte Umwelt. Die Planung resultierte in für die Allgemeinheit zu hohen Kosten, wodurch sich vornehmlich Beamten / vermögendere Bürger das Leben in diesen Entwürfen leisten konnten. Hierdurch wurde den Ideen ein Vorortcharakter inhärent - Die Gartenstädte wie sie heute gesehen werden, sollten ursprünglich als vollständige Städte für jedermann genutzt werden, in der Praxis ergab sich kostenbedingt allerdings ein andere Realiltät.


BANDSTADT 
ARTURO SORIA Y MARTA, 1844-1920, CIUDAD LINEAL, 1884
  • Zentrale Achse
  • Promenade
  • Industrie Außerhalb
  • 5Km realisiert

BANDSTADT 
SOZGOROD

Die Auseinandersetzung mit der Entdeckung des Fließbands äußert sich darin, dass man Stadt als ein fließbandartigen Organismus interpretiert. Leben wird an Produktion gemessen und für sie entwickelt, Wohnen und Arbeit rücken sehr nah zusammen und werden lediglich von der Straße entlang derer die Stadt verläuft, getrennt. Die Gleichheit der Menschen spielt durch die Idealisierung des Arbeitertums eine Rolle (z.B. Kollektivierung über Gemeinschaftsräume), doch das Wesen Gesellschaft formende Primat beansprucht die Industrie.






BANDSTADT 
LE CORBUSIER, CITE LINEAIRE INDUSTRIELLE, 1942
  • greift Sozgorod auf
  • punktuelle Erscheinung von Industrie und Wohnen
  • als verallgemeinerbare Idealstruktur gedacht (Vorstellung von hierdurch verbundenem Europa)
  • Bandstadt als Verbindung zwischen zwei anderen Städten
BANDSTADT 
  • Viadukt
  • Unten Wohnen, Verkehr auf Dächern
  • interne zweigeschossige Gärten (vgl. Unité d'habitation)
  • nicht realisiert

EXPO 1931
  1. Wissenschaft entwickelt
  2. Industrie wendet an
  3. Mensch passt sich an

DAVID BUTLER, JUST IMAGINE, 1931
  • Glaube an Technisierung

FRANK LLOYD WRIGHT, 1867-1955, BROADACRE CITY
  • 1 Acre (4000m²) / 1 Familie
  • In Parzellen aufgeteilt
  • Dezentrale Organisation in Countys
  • gleichmäßige Besiedelung
  • Gleichförmigkeit symbolisiert Gleichheit
  • Jedes County eigenes Zentrum
  • County-Architekten
  • Jeder arbeitet in Landwirtschaft sowie Dienstleistung oder Industrie (also Doppelbeschäftigung!)
  • Verkehrsmittel spielen Rolle, da weitere Wege zwischen Arbeit und Wohnen
  • Bisher periphere Erscheinungsbilder werden zum Ideal stilisiert

CHANDIGARH, 1951, LE CORBUSIER
(siehe Architekturgeschichte)
  • Reaktion auf Unabhängigkeit Indiens
  • Stadtgebiete mussten neu aufgeteilt werden
  • Klares Straßenraster, prägt unterschiedliche Sektoren
  • Innerhalb der Sektoren keine Schnellstraßen
  • Sektoren nach Einkommensklassen getrennt
  • Auch die Armen sollten laut Vision in Genuss von Annehmlichkeiten kommen (de facto zog es jene aus kostengründen in informelle periphere Siedlungen)

BANDSTADT 
BRASILIA, LUCIO COSTA & OSKAR NIEMEYER, 1960

  • Wie Chandigarh Symbol der Loslösung von alten kolonialen Strukturen
  • In unbesiedeltem, unwirtlichem Gebiet
  • Costa entwirft Stadt, Niemeyer die Gebäude
  • Kreuzförmiger Grundriss
  • Zentrale Achse, Sektoren, Verwaltung im Zentrum
  • Sukzessive Erstellung, zögerliche Entwicklung
  • Wohnen nicht mehr in kleinen Häusern, sondern in Wohnblöcken
  • Kontrast: Arbeitersiedlungen im Wildwuchs um Sektoren herum

FAZIT:

Bis 2030 soll die hälfte der Weltbevölkerung in Städten leben. Immer mehr Menschen leben in Millionenstädten, sie wachsen, besonders anziehend sind die mittleren Millionenstädte (6Mio Ew). Was macht man nun mit den Megacities? Wie stellen sich die zukünftigen Aufgaben von Stadtplanern dar? Parallel zu den Megacities taucht das Phänomen der Shrinking Cities (z.B. Detroit, Verfall Autoindustrie, urbane Landwirtschaft, Menschen wohnen Außerhalb) auf. Gegenwärtig werden keine Stadtutopien, sondern eher fatalistische Bilder gezeichnet, z.B. die generic city von Koolhaas (generic=alternativ, aber gleich; Neuerfindung der Städte jeden Tag, Permanenz des Wandels). Blick nach Asien: Radiale Strukturen bei Neugründungen,...

Mittwoch, 30. März 2011

Architekturgeschichte 4.4 /2

ARCHITEKTUR IM ITALIENISCHEN FASCHISMUS
Dozent: Lutz Beckmann

Situation 1930/40
Europa erlebt Umbrüche in Architektur und Kunst, politische Veränderungen (Absetzung der Monarchie, Kommunismus, Spannung des Ost-West-Konflikts), Tendenz zur Diktatur.

Suche nach anderen Bildformen, Hang zur Abstraktion geht zurück, Umkehr zur Bildhaftigkeit.
Diktatorische Systeme neigen zu Bildhaftigkeit und Monumentalität, wohingegen Linke und Liberale abstrakte Ästhetik bevorzugen.

Italien - Konflikt Monarchie versus Kirchenstaat:
Kirche verliert an Macht [siehe heutige geographische Größe des Vatikans], die Monarchie tut es ihr gleich.
Die Emanzipationsbestrebungen des Volkes gegen die bisherige herrschende Klasse werden von den Faschisten, die sich gegen die bei den Italienern ebenfalls beliebten Kommunisten durchzusetzen, aufgefangen. Der Faschismus installierte sich nun als Staatsform.

Exkurs FUTURISMUS
(Thema: wie lassen sich Licht und Bewegung darstellen?)

  • "Dynamismus eines Fußballspielers"
  • Vorstellung "Krieg als Welthygiene" > ideologische Schnittmenge mit Faschismus
  • Energie und ihre Bändigung, Dynamik, Licht, Maschinen
  • Motiv Panik nach anarchistischem Bombenanschlag, 1910
  • "Die Stadt erwacht"
  • "Das Kraftwerk", 1914
  • Skizze Leuchtturm, Sanderia
    Architekt Terr. setzt Skizze 1931-33 zum Heldendenkmal um
    >> Die Umwidmung futuristischer Formen
  • Giorgio de Chirico "Melancholie" / Melancolia
    "pitura metafisica": Darstellung einfacher alltäglicher Gegenstände mit anderen Dingen,
    gegenstandsabbildende Malerei, scharfes Licht, starke Schatten, überreale Portraitierung,
    "großartige Vergangenheit" spürbar (antike Elemente), Zelebrierung des mystischen Moments, Widmung des Überirdischen.
    >> Rätselhaftigkeit. Message: Vor Rätseln stehen, ohne Lösungsansätze zu haben"
  • "Geheimnis und Melancholie einer Straße"
    Nachhsinnend, an Kraft der Vergangenheit erinnernd, Mythos der Stadt.

NOVECENTO
Von Faschismus und Nationalismus geprägte Künstlergruppe ab 1923. Gegründet Margherita Sarfatti, Mussolini Geliebe. Tradition aufgreifende Kunst.

Novocomum, 1927-29, Giuseppe Terragni

  • Wohnbau
  • frei von Ornamenten 
  • jede Etage eigen ausgebildet 
  • Abstrakt aber keine Fensterbänder, erinnert dennoch an leCorbusier
Casa del Fascio, 1932-36, Guiseppe Terragni
  • Hauptquartier der Faschisten, heute Polizeistation
  • Gebäude und eine Spiegelung seiner Selbst in Frontalstellung gegenüber Kirche
  • Grundriss dem Typ Atriumhaus entlehnt 
  • Faschisten nutzen die Moderne, abstrakte Gestalt
  • Dach als fünfte Fassade
  • Kubus in 7 Elemente unterteilt
  • Tiefenstaffelung
  • sehr plastisch
  • reliefartige Muster auf Betonfassade
  • Anwendung von Proportionslinien (siehe Le Corbusier)

Kirche in Mailand, 1923 (Welche und wie heißt der Architekt??)

  • Kreuzförmiger Grundriss
  • Rückbezüge auf römische Architektur
  • Ziegel
Wohn- und Geschäftshaus,1933, Anonym
  • Sockel
  • Bekrönung
  • Palladio
  • Abstrahiert Antik

Stadttor in Mailand, 1935
  • Abstrakte Antike
  • Ornamente plus Kahlheit
Wohn- und Bürohaus in Turin, 1928
  • Fensterbänder und Einzelfenster
  • "Schnelligkeit" durch weite horizontale Gesimse > traditionelle Durchsetzung 
Wohnhaus in Ostia, 1932-34, Libera
  • Runde Gebäudekanten
  • Lochfassade
  • Gebremmste Moderne
  • Analogie Sprungturm
Clubhaus, 1934, Figini &Polini
  • Kopie von Le Corbusiers Vokabular, aber offenbar ohne Bezug zum Modulor, denn
  • Übertrieben dimensioniert (z.B. Stützen im EG)
Italienischer Pavillon, Weltausstellung
  • Kombination von Kuben und Flächen, also abstrakt
Villa Malaparte, Adalberto Libera, Capri
  • Freitreppe auf Gebäuderücken
  • Sonnendach

GEMÄLDE

Portrait vom "Duce", 1938
  • Strahlend
  • kristalin 
  • verherrlichend
  • Gegenständlichkeit plus Abstraktion
"Schwarze Pfeile" 
  • "Aeropitura"
  • Darstellung der Welt an Flugzeugen und Luftgefechten
  • Kampf als Thema
"Luftschlacht", 1940
  • rasender Flug über Dorf / Stadt
  • Bucht / Wasser
  • Flugzeug angeschossen
  • Sicht aus Perspektive des siegenden Piloten
  • kriegsvorbereitende Propaganda > Einstimmung
"Luftportrait Mussolini"
  • Mussolinis Gesicht, sehr markant
  • überlagert von antikem Rom
  • Machtanspruch Mussolinis verdeutlichend

Faschisten und Kirchenstaat kommen zu einer Übereinkunft
> Via della constituzione

Architekturgeschichte 4.4 / 1

Wiederholung Le Corbusier:


  • Luxus der Einfachheit
  • Analogie Dasein Menschheit & Ozeandampfer in Corbusiers ersten größeren Projekten: Permanent in Bewegung, Elemente teils 1:1 aus dem Schiffsbau übernommen > "Das Dampfermotiv" in der Architektur (Kähler)
  • Städtebauliche Projekte in Sao Paolo und Algier, Schubladenhäuser, Schnellstraßen auf Rücken
  • Mensch, Natur, Architektur - erinnert an LMVDR, Architektur gewährt Ausblicke
  • Naturanalogien Baum - Hochhaus, Schneckenförmiges Museum
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg weltbekanntester Architekt, beteiligt sich stark beim Wiederaufbau, Monumentale Gebäude in Parklandschaften (Trümmerlandschaften werden zu Parks)
  • Menschen wandeln durch Parklandschaften, Autos fahren auf aufgeständerten Hochstraßen über die Parklandschaften. Wohnen findet ebenfalls aufgeständert statt, während die Natur unter den Häusern hindurchläuft. 
Marseille, Unité d'habitation (="Wohneinheiten")
  • organisiert wie eine kleine Stadt
  • béton brut = roher Beton / Fassade
  • Loggien unterschiedlich koloriert
Chandigarh
Als Reaktion auf die Neuordnung des indischen Staates, findet eine Einteilung des Landes in Provinzen statt. Corbusier bekommt den Auftrag die Hauptstadt der Provinz Punjab, Chandigargh, zu entwerfen.
Die in Viertel eingeteilte neugeschaffene Stadtstruktur ist von Wasserläufen und Parks durchzogen, Corbusiers naturbezogene Leitgedanken für europäische Städte finden hier also Anwendung. Als erstes entstehen die in Sichtbeton / béton brut erscheinenden  Regierungsgebäude. Mit zunehmendem Alter wird für ihn die Skulpturalität in seinen Bauwerken immer bedeutender. Die 1951 gebaute Villa für den Provinzgouverneur lässt eine Auseinandesetzung mit Adolf Loos Gedanken vermuten.

Kapelle Ronchamp
  • weiß gestrichene Betonstruktur von dunklem Stahlbetondach überdeckt
  • Thema Gewölbe
  • Dach auf gelöcherte Wand aufgesetzt
  • Einzelheiten und Gesamtgestaltung sehr skulptural / insgesamt sehr plastische Wirkung
Heidi Weber Galeriepavillon, Zürich
  • Containerartig ausgeführter Bau
  • Auf Stahlträger gelagertes Stahlfaltdach
  • Faltsystem nur kurzes Experiment (er starb wenig später)